Ancona – Igoumenitsa: eine sportliche Überfahrt!

Am Montag morgen (23.05.2016), wollten wir eigentlich gemütlich an den Gardasee fahren, dort einen Abend und eine Nacht lang das tolle Panorama genießen, um dann am nächsten Tag ebenso gemütlich nach Ancona zu tuckern, eine Nacht im schönen Sirolo zu verbringen und dann die Fähre nach Igoumenitsa nehmen. Denkste! Unser Navi hat uns einen Streich gespielt und sich zu allem Überfluss gesagt: der Feind meines Feindes ist mein Freund, also hole ich mir auch noch das schlechte Wetter mit ins Boot. Gegen die geballte Wucht von streikendem Navi und fiesem Dauerregen kamen wir nach einer schlaflosen Woche nicht an und haben kurzerhand die Segel gestrichen. Heißt: Eine weitere Nacht bei Freunden am Chiemsee schlafen (die leider nicht da waren) und acht Stunden am Garmin herumwerkeln, das partout nicht benutzerfreundlich sein möchte. Kurz vor 23 Uhr ging es dann schließlich wieder, auch wenn es weiterhin aus Eimern goss. Genau wie am nächsten morgen übrigens. Aber es musste weitergehen, wegen Zeitdrucks jetzt in eins durch vom Chiemsee bis nach Ancona.

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Wasser, Marsch!

WIr lieben Etiketten mit der Aufschrift „wasserdicht“, weil es uns ein Gefühl von Komfort und Sicherheit einflüstert. Wie naiv wir doch noch heute sind :-)! Von sieben Taschen, die wir mit uns führen, waren lediglich zwei tatsächlich wasserdicht und zwar die Qbag Sturzbügeltaschen, die sich nach einer Nacht im Freien und zwei Stunden Fahrt durch dichten Starkregen trotzig ihre Trockenheit bewahrten. Und zwar während unsere Koffer als Waschbecken herhalten konnten und unsere Goretex Handschuhe regelmäßig ausgewrungen werden mussten,

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Die Route

Zurückgelegte Strecke: Chieming – Ancona: 821 Kilometer

Per Fähre IT- GR: Ancona – Igoumenitsa: ~900 Kilometer

 

Besonderheiten: Starkregen von Deutschland bis Italien. Der Brenner hat sich bisher noch immer als die Wetterbarriere schlechthin entpuppt. Mittlerweile setzt sich bei uns die Theorie durch, dass alles nördlich des Brenner eigentlich als wettertechnisch unbewohnbar eingestuft werden muss. Schließlich haben wir bis heute noch keine Überfahrt bei Sonnenschein gehabt.

Die Minoan-Lines Fähre hat uns wirklich vom Hocker gehauen, was die Preise betrifft. Beispiel gefällig? „Sie möchten das Wifi nutzen? Es kostet 8,50 Euro pro Stunde, die Verbindung ist aber sehr langsam und wenn es nicht funktioniert, bekommen Sie leider kein Geld zurück!“ – Schon klar. Kleiner Tipp ür eure eigenen Überfahrten: Entscheidet euch für Cholera (Anek Lines) statt Pest (Minoan Lines) wenn ihr übersetzen wollt. Dagegen kann man sich nämlich impfen und kriegt keine schwarzen Flecken, wenn das Internet dort 2 Euro die Stunde kostet. Hach, erste Welt Probleme…

Apropos erste Welt Probleme: Nachdem wir am Vortag über 800 km auf dem Bock saßen (der Hintern ist dran geblieben – tolle Sitzbank!), konnten wir weitere 16 Stunden rumsitzen auf dem Schiff nicht ertragen und haben uns die 10 Euro für zwei Stunden Fitness Center an Bord ohne Reue gegönnt. Teuer aber gut investiert. Zugegeben, wir sind Sportfreaks und das mag in unserer Ausprägung seltsam erscheinen, aber wenn man jeden Tag 12 Kilometer joggt und den Tag mit 10 Minuten Fitnessübungen beginnt (ursprünglich übrigens um unsere obligatorischen Junge-Leute-Gebrechen am Rücken zu bekämpfen – dank unserem super Physio Jürgen), ist tagelanges Sitzen die Pest. Also rauf auf die Geräte und schwitzen. Toller Nebeneffekt: Auch verdreht wie eine Festtagsgirlande nach einem Hurrikan auf fünf Flugsitzen liegend, haben wir geschlafen wie kleine Mädchen nach dem Sandmännchen.

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Oh, wie schön ist Griechenland!

Diese Zeilen entstehen übrigens gerade in Griechenland, genauer gesagt in Lichnos bei Parga (deutlich ruhiger und beschaulicher). Wir haben uns nach der Überfahrt von Italien dazu entschlossen einen Tag Pause am Strand einzulegen, um den Stress der letzten Tage und Wochen ein wenig abfallen zu lassen und etwas für euch zu schreiben. Dazu könnt ihr auch unser Zelt sehen und wie unser mobiles Zuhause aufgebaut und eingerichtet aussieht. Nach drei Tagen des Versagen beim richtigen Auspacken, Einpacken und Einräumen ist es halbwegs zufriedenstellend für uns. Falls ihr gerade in trübem Wetter sitzt, was in Deutschland recht wahrscheinlich ist, können die Bilder unter diesen Zeilen euch ja vielleicht ein wenig die Laune verbessern. In diesem Sinne frohes Fernweh und viele Grüße von euren beiden Weltreisenden :-)!

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