Blick in die Statistik: Kam Jamie-Lee wirklich so schlecht an?

IMG_1389Die Tage nach dem ESC-Finale sind unter Statistik-Freaks sehr beliebt. Sobald die EBU die detaillierten Abstimmungsergebnisse bekannt gegeben hat, stehen Spekulationen und Analysen alle Türen offen.

Werfen wir also mal einen Blick auf die Platzierungen, die Jamie-Lee in den einzelnen Ländern erreicht hat, getrennt nach Jury und Fernsehpublikum: Richtig schlecht kam „Ghost“ nur auf dem Balkan an: In Griechenland, Montenegro und Slowenien sah die Jury sie insgesamt auf dem letzten Platz. Die griechischen Juroren mochten aber auch Belgien, Schweden, Polen und Österreich nicht. Punkte gab es einzig aus Österreich (2 vom Publikum), der Schweiz (8 vom Publikum) und Georgien (1 von der Jury). Insgesamt belegt Jamie-Lee im Schnitt der Platzierungen Platz 20,68 bei den Juries und Platz 17,07 beim Publikum. Immer noch keine Glanzleistung, aber eben nicht ganz hinten.

Die australische Sängerin Dami Im jubelt über 12 Punkte.

Und 12 Punkte gehen an: Australien. Dami Im hatte am Samstag viel zu jubeln – im Gegensatz zu Jamie Lee (Foto: Thomas Hanses/ EBU)

Warum dann also der letzte Platz insgesamt? Das liegt am Punktesystem, dass es seit 1975 gibt: Nur, wer unter die ersten zehn in einer Wertung kommt, wird auch mit Punkten belohnt. Alle anderen 16 Teilnehmer gehen leer aus. Da mit der Ukraine, Australien, Russland, Bulgarien, Schweden und Frankreich gleich sechs Teilnehmer fast immer Punkte bekamen, durften sich also 20 andere um die restlichen vier freien Plätze streiten. Das ist dann fast wie Würfeln. Transparenter und gerechter wäre da nur eine grundlegende Reform des Systems, schließlich gibt es heute auch deutlich mehr Teilnehmer als vor 40 Jahren. Denkbar wäre zum Beispiel, jedem Finalbeitrag Punkte zu geben, also einen Punkt für Platz 26, zwei für Platz 25, und so weiter bis zum Ersten, der dann auch gern mit 30 Punkten belohnt werden kann. Das wäre wie gesagt fairer – aber auch unübersichtlicher. Und der Sieger hätte dann eine Punktzahl, bei der man sich die Zunge brechen könnte.

Die Platzierungen einmal zusammengefasst:

Bei den Juries lag Jamie-Lee dreimal auf Platz 26, zweimal auf Platz 25, dreimal auf Platz 24, zehnmal auf Platz 23, dreimal auf Platz 22, dreimal auf Platz 21, einmal auf Platz 20, dreimal auf Platz 19, zweimal auf Platz 18, einmal auf Platz 17, zweimal auf Platz 16, zweimal auf Platz 15, zweimal auf Platz 14, einmal auf Platz zwölf und einmal auf Platz zehn.

Das Publikum sah „Ghost“ einmal auf Platz 25, zweimal auf Platz 24, fünfmal auf Platz 23, sechsmal auf Platz 22, achtmal auf Platz 21, dreimal auf Platz 20, fünfmal auf Platz 19, dreimal auf Platz 18, zweimal auf Platz 16, zweimal auf Platz 15, zweimal auf Platz 13, einmal auf Platz neun und einmal auf Platz drei.

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