Das Strafmaß macht den Graben tiefer

Na, klar: Einen Vergleich mit Robert Hoyzer hätte Josef Selensky auf der Siegerehrung des Dewezet-Supercups nicht treffen dürfen. Er hätte Kritik üben, seine Meinung sagen können. Schiedsrichter Lukic in eine Schublade mit dem verurteilten Schiri-Betrüger aus Berlin zu stecken, war aber die Überschreitung einer Grenze, die eben nicht hätte überschritten werden dürfen.

Dass das Sportgericht nun zur Tat schreitet, war vorprogrammiert. Dass es zu einer Strafe kommen würde, auch. Das Strafmaß ist allerdings überzogen. Und zwar deutlich. Zumal dadurch kein Problem aus der Welt geschaffen wird, kein Umdenken stattfindet. Dieses Urteil hat nicht zum gegenseitigen Verständnis beigetragen. Es hat den ganz offensichtlich vorhandenen Graben zwischen Spielern und Schiedsrichtern tiefer, breiter, unüberwindbarer gemacht?

Warum hat es nicht eine Aussprache gegeben? Bei jedem kleinsten Problemchen wird ein „runder Tisch“ ins Leben gerufen. Wäre ein solcher in genau diesem Fall nicht auch endlich mal angebracht? Es wäre zumindest eine gute Gelegenheit, zur Sprache zu bringen, was falsch läuft. Auf beiden Seiten. Es muss doch diskutiert werden, wie man in Zukunft respektvoller miteinander umgehen kann. Das dürfte beiden Seiten am Herzen liegen. Denn miteinander reden ist immer besser als aus der Entfernung übereinander.

Das würde einen präventiven Sinn machen. Harte Strafen mögen in so mancher Situation Probleme lösen. Diese Strafe bewirkt aber genau das Gegenteil.

One thought on “Das Strafmaß macht den Graben tiefer

  1. Auf so eine Gelegenheit haben die Funktionäre nur gewartet! Denen werden wir mal zeigen, wo der Hammer hängt! Wahrscheinlich selbst nie aktiv gewesen und nicht in der Lage nachzuempfinden, welche Emotionen bei einem Spieler freigesetzt werden können, der sich in einer entscheidenden Situation vom Schiri benachteiligt fühlt. Geradezu absurd wird die ganze Angelegenheit noch dadurch, dass hier noch die Gefühlswelt des Schiedsrichters ins Feld geführt wird. Dem betroffenen Schiri ist mit diesem Urteil sicherlich kein Gefallen getan worden; ich möchte bei den nächsten Spielen nicht in seinser Haut stecken.
    Eine kritische Anmerkung: Hätte die Dewezet den Vorfall nicht so hoch aufgehängt, wäre dem Ganzen vielleicht nicht so viel Aufmerksamkeit geschenkt worden und der Ausgang glimpflicher verlaufen.

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