Eure Fragen zu: Kasachstan

Kasachstan liegt ganz frisch hinter uns und wir befinden uns jetzt im erstaunlich gemütlichen Novosibirsk, der Hauptstadt Sibiriens, die – ganz nebenbei – unsere neue Lieblingsstadt auf dieser Reise geworden ist. Jetzt ist also die Zeit, eure Fragen zu Kasachstan zu beantworten:

1) Hebammen leiden nicht selten unter geringem Ansehen, harter Arbeit und teuren Versicherungen. Wie es um den Beruf der Hebamme in Kasachstan bestellt?

Diese Frage lässt sich nicht so leicht beantworten, da wir unterwegs zwar eine Hebamme hätten gebrauchen können, an meinem absoluten Tiefpunkt, einer Lebensmittelvergiftung, aber ein schwer leidender Mann reicht dann wohl doch noch nicht aus :-). Generell lässt sich aber sagen, dass in Kasachstan, genau wie in ganz Zentralasien, nicht so viel Aufhebens um Dinge gemacht wird. Ich könnte mir vorstellen, dass es den Beruf gar nicht gibt, weil in kasachischen Augen „unnötiges Extra“, oder dass es nur wenige gibt, deren Dienste den sehr Reichen vorbehalten sind.

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2) In Hameln-Pyrmont liefen im Sommer einige Großereignisse wie das Bierfest, Lichterfest oder Pflasterfest. Gibt es in Kasachstan auch bestimmte Events, denen die Leute entgegenfiebern?

Es gibt wichtige kasachische Feiertage wie Neujahr, den Tag des Sieges oder  den Unabhängigkeitstag. Diese werden in der Regel ausgiebig gefeiert und zwar in speziellen Nationaltrachten und mit viel Tanz und Gesang. Nicht so sehr mit Bierbuden, Schlagermusik, dafür aber mit genau so vielen fettigen Leckereien wie bei uns!

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3) Der Gossip Hamelns ist zZt. Alexander Wessel, der von Prinz Frédéric von Anhalt nicht nur getraut, sondern auch adoptiert wurde? Gibt es in Kasachstan auch kuriose „Berühmtheiten“?

Kuriose Berühmtheiten sind hier die Mitglieder der Herrscherfamilie Nasarbajew. Laut Verfassung darf ein Präsident maximal zwei Amtszeiten regieren. Das hat Nursultan Nasarbajew selbst im Parlament durchgeboxt. Freilich gilt das aber nicht für ihn selbst, denn er ist Präsident auf Lebenszeit. Seine Kinder sind in machtvollen politischen oder wirtschaftlichen Toppositionen eingesetzt. Da es dem Land jedoch von Jahr zu Jahr besser geht, verzeihen die Menschen ihrem Herrscherclan so einiges, z.B. Menschenrechtskonventionen zu unterschreiben und in der gleichen Woche Dissidenten foltern zu lassen und die Medien gleichzuschalten.

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4) Eine Idee der Piratenpartei ist es, dass Hameln eine „essbare Stadt“ werden soll, es also öffentlich zugängöiche Obstbäume, etc. gibt, an denen man sich bedienen kann. Wie sieht es damit in Kasachstan aus? Kann man dort nach Lust und Laune öffentlich ernten oder wird das nicht so gern gesehen?

In Kasachstan gilt, wie in den meisten Ländern dieser Region: Wenn kein Zaun drum herum gebaut ist, dann kannst du machen was  du willst. Kletterst du über einen Zaun, bekommst du wahrscheinlich ein Problem auf vier Pfoten oder eine Bleivergiftung…

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5) Ein immer wieder beliebtes und oft typisch deutsches Thema ist die Mülltrennung. Wie läuft das so in Kasachstan?

Das Wort Mülltrennung ist nicht mehr existent, sobald man Deutschland über eine seiner Ostgrenzen verlässt und wird es danach auch nicht mehr. Die Frage müsste eigentlich lauten: gibt es eine Müllabfuhr? Und die Antwort könnte dann in etwa so aussehen: Möglicherweise, manchmal, an bestimmten Orten.

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Wir hoffen, wieder ein wenig Licht ins Dunkel gebracht zu haben und können jedem empfehlen, sich dieses Land anzuschauen, das überraschend modern und westlich ist und bei weitem nicht so „rückständig“ und „kriminell“, wie wir es zuhause immer gehört haben. Gleiches gilt übrigens für Russland, in dem wir uns gerade befinden. Wenn ihr also Fragen habt, wie immer her damit!

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