Glückwunsch, Pyrmont!

Mit der Verpflichtung von Florian Büchler ist der Spielvereinigung ein echter Transfercoup gelungen, auf den die sportliche Leitung um Vereinschef Lars Diedrichs zurecht stolz sein kann. Denn es gab auch viele andere Vereine, die sehr „heiß“ auf seine Verpflichtung waren. Dass Florian Büchler kommt, war keine Selbstverständlichkeit – und ein hartes Stück Arbeit. Zwischenzeitlich drohte der im Januar schon sicher geglaubte Transfer sogar zu platzen.

Florian Büchler

. Florian Büchler Foto: kf

 

„Ich sehe große Potenziale im Umfeld des Vereins und in den Voraussetzungen, die in der Stadt gegeben sind. Ich werde mich über meine Rolle als Spieler hinaus einbringen und hätte Spaß daran, auch nach meiner aktiven Zeit im Verein mitzuarbeiten. Bis es so weit ist, verfolge ich jedoch noch einige sportliche Ziele, die sich mit dem Trainer und der Mannschaft bestimmt erreichen lassen.“

Doch nun kehrt der Pyrmonter Junge nach sieben Jahren zu seinen Wurzeln zurück: 2008 verließ der Torjäger, der in der Jugend auch einige Jahre in Tündern war, die Spielvereinigung Richtung Hannover, wo er bis 2012 für die Bundesliga-Reserve von 96 in der Regionalliga Nord spielte – und sogar einen Kurzeinsatz in der Bundesliga hatte. Und zwar am 17. Spieltag der Saison 2009/10. Damals wechselte Hannovers ehemaliger Bundesliga-Coach Andreas Bergmann ihn beim Heimspiel gegen den VfL Bochum in der 88. Minute für Constant Djakpa ein. Es war sein erster und bis heute einziger Bundesliga-Einsatz.

. Florian Büchler bei seinem Bundesliga-Debüt für Hannover 96. Foto: dpa

 

Nach zwei längeren Verletzungspausen aufgrund eines Schienbeinbruchs und einer Schulteroperation wechselte Büchler 2012 zu Germania Halberstadt in die Regionalliga Nordost, wo er in 49 Spielen zehn Tore erzielte. Vor Saisonbeginn ging er zum Oberligisten Egestorf, den er schon bald wieder Richtung Pyrmont verlassen wird. Seine Heimatstadt. Dort stimmt nicht nur die sportliche, sondern auch die berufliche Perspektive – für sich und seine Lebensgefährtin. Fußball steht für den 26-Jährigen nicht mehr an erster Stelle, sondern Familie und Beruf. Und das war Pyrmonts Chance, einen Klasse-Kicker wie Büchler den Wechsel zur Spielvereinigung schmackhaft zu machen. Und das ist Vereinschef Lars Diedrichs gelungen.

. Lars Diedrichs, Vereinschef der SpVgg. Bad Pyrmont. Foto: privat

„Es wird häufig über „Wunschspieler“ gesprochen und geschrieben. Wenn dieser Begriff aber mal wirklich zutrifft, dann in diesem Fall: Ein in Bad Pyrmont aufgewachsener Spieler von dieser Qualität mit mehrjähriger Erfahrung in einem Verein wie Hannover 96 inklusive Einsatz und Trainingsbeteiligung in der Bundesligamannschaft sowie mehr als 100 Spielen in der Regionalliga passt natürlich hervorragend in unsere Planung, langfristig attraktiven und leistungsorientierten Fußball in Bad Pyrmont zu bieten.“

Der Büchler-Wechsel ist ein „Supertransfer“ und passt ideal in das sportliche Konzept von Trainer Philipp Gasde, der mit dem Pyrmonter Traditionsklub ehrgeizige Ziele hat und im nächsten oder übernächsten Jahr in die Oberliga aufsteigen will. Zwar verlässt mit Christopher Loges Pyrmonts Torschützenkönig im Sommer den Verein, aber diese Lücke kann ein Top-Spieler wie Büchler locker schließen. Der 26-Jährige, der nicht nur ein Klasse-Kicker ist, sondern sympatisch ist und einen Top-Charakter hat, wird der neue Leitwolf in dem Team von Trainer Philipp Gase, der seiner Mannschaft eine Verjüngungskur verordnet hat. Neben Büchler setzt Pyrmonts Coach Philipp Gasde in Zukunft auf Toptalente wie Sönke Müller, der bereits für die A-Junioren des Bundesligisten SC Paderborn 07 spielte, Tim Schrader, der bis zum Ende des Jahres 2014 noch zum Nachwuchskader des Regionalligisten TSV Havelse gehörte, und den Salzhemmendorfer A-Junior Kevin Schumacher, der beim Pyrmonter 5:4-Testspielsieg gegen den Bremer Oberligisten Brinkumer SV mit zwei Treffern seine Torjägerqualitäten eindrucksvoll unter Beweis stellte.

Philipp Gasde haje

. Philipp Gasde, Trainer der SpVgg. Bad Pyrmont. Foto: haje

„Neben den jungen, sehr talentierten Spielern, die in der neuen Saison zur Mannschaft stoßen werden, bin ich froh, mit Florian einen erfahrenen Spieler für uns gewinnen zu können, der eine enorme Qualität mitbringt und unsere Mannschaft verstärken wird.“

 

Mein Fazit: Pyrmont ist auf dem richtigen Weg. Es scheint nur eine frage der Zeit zu sein, bis die Spielvereinigung in der Oberliga spielt. Da bin ich mir sicher. Warum? Ganz einfach: Weil die Vereinsführung um Lars Diedrichs bis jetzt einen Klasse-Job macht. Mit A-Lizenzcoach Philipp Gasde hat der Verein einen Top-Trainer, der sogar das Interesse von Oberligist Egestorf-Langreder geweckt haben soll.  Dass Gasde im Winter seinen Vertrag um drei Jahre verlängert hat,  war wichtig. Sehr wichtig sogar. Um ehrgeizige Ziele zu verwirklichen, braucht man einen Top-Trainer. Und davon gibt es in Hameln-Pyrmont nur drei – Siegfried Motzner in Tündern, Paul Bicknell bei der SG 74 und Philipp Gasde in Pyrmont. Und man braucht nicht nur Klasse-Kicker, sondern auch einen unumstrittenen Führungsspieler – einen Leitwolf. Der wurde in Pyrmont bisher verzweifelt gesucht – und jetzt gefunden. Florian Büchler ist der neue Hoffnungsträger, der die Erwartungen erfüllen wird. Seine sportlichen Qualitäten sind unumstritten.  Dazu ist er ein ehrgeiziger, fairer und sympatischer Sportsmann mit einem Top-Charakter – und ein Pyrmonter Junge, der sich mit dem Verein und der Stadt identifiziert. Und das ist in der heutigen Zeit leider immer weniger der Fall. Im Fußball-Geschäft geht es oft nur noch ums Geld – selbst bei den Hobby-Kickern in der Kreisliga. Das verstehe, wer will.

 

 

 

 

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