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Schlachtfeld Facebook – Gute Nacht Abendland?

Viele schöne Dinge hört man zum Thema Facebook und Zeitung bei Seminaren und Konferenzen. Kontaktaufnahme mit dem Leser in Echtzeit. Themen diskutieren und vielleicht sogar noch den einen oder anderen Aspekt in den Print-Artikel für den kommenden Tag mit einbauen. Sich öffnen, neue Wege beschreiten. Alles in Höchstgeschwindigkeit und basisdemokratisch. Jeder darf sich äußern, jeder wird gehört.

Klingt nach der schönen neuen Welt, die nur das Internet ermöglicht. Leider ist diese schöne neue Welt am Mittwoch zu einer Welt geworden, mit der wir so nicht mehr klar gekommen sind. Den ohnehin schon häufig ruppigen Umgang mit Meinungen anderer und die täglichen Beleidigungen anderer Nutzer auf unserer Facebook-Seite konnten wir noch nie nachvollziehen. Leider haben wir uns aber im Laufe der Zeit irgendwie an das teils erschreckend niedrige Niveau einiger Meinungsäußerungen gewöhnt. Am Mittwochabend brachen nach unseren Beiträgen über die Vorgänge am Amtsgericht und dem Sana-Klinikum aber alle Dämme des guten Benehmens und der Rechtsstaatlichkeit:

Es wurde beleidigt, gehetzt und diffamiert. In vielen Fällen haben Nutzer in ihren Beiträgen mit spielerischer Leichtigkeit die Latte zum Straftatbestand der „Volksverhetzung“ gerissen, während die Diskussionsgegner ebenso leichtfüßig mit Gewalt, Mord und Folter drohten. Ein schier unerträgliches Schlachtfeld aus mangelnder Toleranz, Hass, und schlecht gelebter Integration auf beiden Seiten. Wir haben in der Nacht zu Donnerstag die Reißleine gezogen und sämtlich Beiträge gelöscht. Mehr als 800 Kommentare waren aufgelaufen von denen mehr als 650 wenig bis nichts mit dem Thema, dafür umso mehr mit Vorurteilen und Verurteilungen zu tun hatten. Eine Flut, die wir weder erwartet haben, noch bewältigen konnten.

Am Freitag sind wir neu durchgestartet. Mit strengeren Regeln und dem Vertrauen, dass alle etwas dazu gelernt haben. Schließlich schreibt sich das viel zitierte Abendland ja eine ausgeprägten Gesprächs- und Diskussionskultur und nicht nicht zuletzt die Demokratie mit Freiheiten und Pflichten auf die Fahne.

Dann mal los!